Autor: Frédéric

Stifte

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ilse / pflege

Es gibt gute Tage, die sind deutlich in der Überzahl. Und es gibt schlechte Tage. Heute war ein schlechter Tag. Was ganz genau es ist, weiß ich nicht; vielleicht die Schmerzen, vielleicht die Depression, vielleicht die Einsamkeit, vielleicht (wahrscheinlich) alles drei. Sie schreit und ruft und das sind unter den schlechten die guten Momenten, die schlechten sind, wenn sie nur noch lamentiert; ach ja, das war einmal ein schönes Wort gewesen, das Lamento, eines, das […]

Drei Kreuze

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dorfjugend

Ich hasse Kirchtürme. Es ist kein abstrakter Hass, er ist biografisch erworben. Als ich 17 war, wollte ich den Führerschein machen; dafür brauchte ich Geld; also musste ich arbeiten gehen. Am meisten Geld gab es bei einem Stukkateurbetrieb, Gerüstbau, alles klar, dachte ich, dann halt das. Ich bin, nunja, eher schmal. BMI um die 20. Unteres Normalgewicht, im allgemeinen unauffällig. Als ich aber am ersten Arbeitstag auf dem Parkplatz stand, morgens um sechs, und nach […]

Peinland

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dorfjugend

Am 06. April 1941, vor 80 Jahren hat Deutschland Griechenland überfallen. Ich hatte einen Onkel – er war kein Familienonkel, er war ein Freund meiner Großeltern – der an dem Überfall teilnahm, und zwar in einer Einheit – ich habe das später mal nachgschlagen – die Partisanen bekämpft hat. Er hat die Zeit dort sehr genossen und wäre wohl nie das geworden, was er wurde, hätte er nicht damals an dieser Operation teilgehabt. Partisanen bekämpft, […]

1 2 Polizei oder Warum ich keinen Führerschein habe

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dorfjugend

Dass ich schlussendlich doch nicht den Führerschein gemacht habe: dafür mache ich die Erfinder*innen von Übergangsjacken verantwortlich. Ich besaß zu jener Zeit, also mit 17, drei Jacken: eine für den Winter, eine für Regen und eine aus Stoff. Letztere war hellbeige, fast weiß, und vor allem hatte sie acht Taschen. Ich nutzte sie fast nie, auch weil es mir wie ein unnötiger Luxus vorkam: bis heute weiß ich nicht, warum man überhaupt mehr als zwei […]

Wie ich binnen einer Stunde aus meiner neuen Wohnung geflogen bin

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ilse / pflege

Ich bin umgezogen. Ich schrieb oben Wohnung, aber tatsächlich ist es ein Zimmer in einer WG. Das Setting ist ein bisschen ungewöhnlich: Die Mitbewohnerin ist die Mutter eines Freundes, Anfang Mitte 70, Schriftstellerin, eine stolze, gewitzte Frau. Und sie ist dement, dritte Phase, heißt es. Ich kenne genug Menschen mit Demenz um zu wissen, dass so eine Kategorisierung nur bedingt aussagekräftig ist. Sie hat bis jetzt größtenteils allein gewohnt, aber es gibt in der Wohnung […]

Baseballschlägerjahre

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dorfjugend

An die deutsche Einheit habe ich eine Niere verloren. Das war die kurze Version. Jetzt die lange. Ich bin ein Dorfkind, deswegen habe ich viel Zeit meiner Jugend in Vereinen verbracht. Auch und gerade in Fußballvereinen. Ich war ein Frickler, ein Dribbler, einer, der den Gegner dreimal tunneln konnte, aber so langsam gleichzeitig, dass der Gegner jedesmal die Zeit hatte, nach dem Tunnel wieder zurückzukommen, bevor ich den entscheidenden Pass spielen konnte. Meine Trainer wussten […]